Da im Forum sehr häufig das Thema ntfs durchgekaut wird, habe ich mir überlegt eine kleine Zusammenfassung zu den Dateisystemen zusammenzustellen und insbesondere Lösungsmöglichkeiten aufzeigen die das Microsoft-Dateisystem NTFS und Mac OS X betreffen.
Bekannte Dateisysteme
Es gibt sehr viele Dateisysteme auf diesem Planeten, alle mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Hier die häufigsten Dateisysteme, die auch oft in Mac-Foren erfragt werden:
- HFS+. Das Mac OS X interne Dateisystem, welches von Apple entwickelt wurde.
- FAT32. Ein sehr weit verbreitetes Dateisystem, welches von Microsoft enwickelt wurde.
- NTFS. Der Quasi-Nachfolger von des FAT-Dateisystems.
Über die Vor- und Nachteile werde ich gleich noch ein paar Worte verlieren. Zu diesen relativ bekannten Dateisystemen kommen noch viele mehr dazu, wie z.B. Ext3, welches gerne bei Linux-basierten Systemen eingesetzt wird, oder ZFS, ein sehr modernes und innovatives Dateisystem aus dem Hause Sun — Leopard hatte sogar kurzzeitig ZFS-Treiber, leider hat Apple die Entwicklung eingestellt, was sehr schade ist.
Vor- und Nachteile
FAT32
Sämtliche Windows 9x Versionen setzten auf dieses Dateisystem, mittlerweile allerdings von NFTS ersetzt, dennoch unterstützt jede Windows-Version noch dieses Dateisystem tadellos. Nicht nur Windows, sondern fast jedes Betriebssystem (Linux, Mac OS, etc.) kann mit diesem Dateisystem umgehen, da es offen dokumentiert ist und sich durch seine große Verbreitung als Quasi-Standard bei z.B. USB-Sticks durchgesetzt hat. Dies ist der große Vorteil des Dateisystems.
Allerdings gibt es auch eine Schattenseite, es kann maximal Dateien einer Große von 4 GB fassen und ist damit nicht geeignet um z.B. DVD-Images zu lagern — kleine Dateien sind hingegen natürlich kein Problem. Zudem ist das Dateisystem etwas veraltet und unterstützt einige moderne Eigenschafen nicht, wie z.B. Rechteverwaltung, Journaling, Meta-Informationen, usw.
HFS+
Der Name stiftet oft Verwirrung unter Macneuligen. Daher eine kleine Auflistung der Namen und Modi des Apple-Dateisystems:
- Journaled HFS+ (oder) jhfs+: Mac OS Extended (Journaled)
- Case-sensitive HFS+ (oder) hfsx: Mac OS Extended (Case-sensitive)
- Case-sensitive Journaled HFS+ (oder) jhfsx: Mac OS Extended (Case-sensitive, Journaled)
Für den normalen Nutzer reicht das unterstrichene Dateisystem vollkommen aus und ist empfehlenswert (mit aktiven Journaling natürlich). Da es vorkommen kann, dass die anderen HFS-Versionen bei machen Programmen Probleme verursachen, dies ist ihrer Groß- und Kleinschreibungs-Pingeligkeit (Case-sensitive) geschuldet.
Dieses moderne Dateisystem, ist sehr empfehlenswert für alle Mac-Nutzer. Unter Linux sollte es auch kein Problem geben; Lesen und Schreiben sollte ohne Weiteres möglich sein. Der Bootcamp-Treiber ermöglicht es Windows das Dateisystem zu lesen, wer Schreibzugriff möchte benötigt kostenpflichtige Zusatzsoftware wie HFS für Windows von Paragon.
Für Time Machine ist das HFS+ Dateisystem Pflicht. Falls es auf einem anderen Dateisystem oder Netzwerklaufwerken laufen soll, bedient man sich eines Tricks: Ein Disk-Image (.dmg, .sparsebundle) mit HFS+ Formatierung erstellen und dort die Sicherung durchführen. Das Image kann dann auf das andere Dateisystem gespeichert werden (natürlich nicht FAT32, da dies nur 4 GB pro Datei unterstützt! Doch es gibt einen Trick auch dafür, man nehme einfach ein sparsebundle — dieses Image ist intern in viele 8 MB großen Dateien gesplittet und somit ist es auch FAT32 ermöglicht größere Dateien in diesem Image zu speichern.) Weiterführende Links: [ 1 ], [ 2 ].
Kleiner Terminal-Tipp: diskutil ist das Festplatten-Dienstprogramm im Terminal. Das hdiutil hingegen ist speziell für Disk-Images.
NTFS
Ähnlich wie HFS+ ist NTFS ein modernes und solides Dateisystem, leider hütet Microsoft die Dokumentation als Firmengeheimnis und somit gibt es für andere Betriebssysteme nur mehr oder weniger gute Flickwerk-Lösungen, die mittels Reverse-Engineering erstellt wurden. Mittlerweile funktionieren diese einigermaßen zuverlässig und sollten in der Regel keinen Ärger verursachen.
Mac OS X unterstützt von Haus aus den Lesezugriff. Komplett. Schreiben ist nur unter bestimmten Umständen möglich, da der “Schreib-Treiber” noch experimentell ist; kann allerdings von Hand aktiviert werden. Weiterführende Links: [ 3 ], [ 4 ].
Die Liste der Lösungen:
- MacFUSE + NTFS3g. Die kostenfreie OpenSource Version, welche auch unter Linux gerne eingesetzt wird. Nachteil: Schlechte Performanz.
- Tuxera. Basiert auf der OpenSource Version von NTFS3g. Etwas performanter, allerdings kostenpflichtig.
- Paragon NTFS für Mac. Performanz liegt im Bereich von HFS+ bzw. FAT32, kostet allerdings auch. Vorteil: Man bekommt HFS+ Treiber auf für Windows gleich mit dazu.
- SL-NTFS. Basiert auf dem noch im Test befindlichen Mac OS X eigenen NTFS-Treiber.
Ich empfehle allerdings, wenn es möglich ist auf NTFS zu verzichten und lieber auf Lösungen zurückzugreifen wie FAT32 oder mehrere Partitionen auf einer externen Festplatte, z.B. eine HFS+ für Time Machine und eine FAT32 zum Dateitausch zwischen Windows und Mac OS X. Aber die letzendes perfekte Lösung für euch, entscheidet natürlich ihr!
Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, kann sich gerne auf Wikipedia die Artikel zu den einzelnen Dateisystemen ansehen — es ist eine ganz interessante Materie.
Der Artikel „NTFS und Mac OS X — ein viel diskutiertes Thema“ wurde von Sven verfasst und am 23.08.2010 um 21:27 Uhr unter der Kategorie Allgemein veröffentlicht. Dieser RSS 2.0 Feed informiert über die neusten Kommentare. Über einen Kommentar, oder Trackback würde ich mich freuen.
Hey, habe das Blog eben in meinen Bookmarks wiedergefunden
Habe ich den RSS-Feed für das gesamte Blog übersehen? Sonst wäre ich schon Abonnent!
Schöner Artikel über die Dateisysteme… Habe lange NTFS3G mit FUSE und danach Paragon NTFS verwendet. Leider habe ich durch einen Absturz einiges an Daten verloren. Dabei bin ich auf Tuxera gestoßen, weil mir das ja mit NTFS3G und Paragon irgendwie kein Glück gebracht hat
Mit Tuxera bin ich bisher sehr zufrieden und die Performance ist auch super!
Hallo Flo,
vielen Dank für dein positives Feedback! Und zum RSS-Feed: Natürlich habe ich auch einen Feed.
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Ich freue mich über jeden Abonnenten!
Gruß,
Sven
Ah, super
Kannst ja mal nen Button einbauen oder kommt das im neuen Design?